100. Todestag Mark Twain

21. April 2010 | Thema: Geflügelte Worte

Heute vor 100 Jahren ist Mark Twain im Alter von 75 Jahren in Connecticut gestorben. Wenn ich seinen Namen lese, denke ich sofort an Huck. Ich glaube, Huck war meine erste große Liebe. Na ja, eigentlich Marc di Napoli, der den Hucklebbery Finn 1968 in dem ZDF-Vierteiler gespielt hat. Was habe ich von diesem verwegenen Blondschopf geträumt … mir ausgemalt, wie ich an seiner Seite am Mississippi lebe und abends am Lagerfeuer liege …

(Also, nicht dass hier komische Rechnungen aufkommen:  Ich kann diesen Vierteiler unmöglich im Jahr 1968 gesehen haben, da war ich nämlich noch viel zu klein, sondern irgendwann später als Wiederholung … ;-))

Aber romantische Erinnerungen beiseite, dieser Mark Twain war ja ein extrem genauer Beobachter des amerikanischen Bürgertums und außerdem noch ein sehr scharfzüngiger dazu. Eines der wohl beliebtesten Zitate auf Texterinnen-Websites ;-) stammt von ihm:

Der Unterschied zwischen dem richtigen Wort und dem beinahe richtigen ist derselbe Unterschied wie zwischen dem Blitz und einem Glühwürmchen.
Aber er hat noch einige andere schöne Zitate von sich gegeben und anlässlich des 100. Todestags möchte ich hier ein paar davon zum gütlichen Gebrauch aufführen:

  • Jeder ist ein Mond und hat eine dunkle Seite, die er niemandem zeigt.
  • Die deutsche Sprache sollte sanft und ehrfurchtsvoll zu den toten Sprachen abgelegt werden, denn nur die Toten haben die Zeit, diese Sprache zu lernen.
  • Für Börsenspekulationen ist der Februar einer der gefährlichsten Monate. Die anderen sind Juli, Januar, September, April, November, Mai, März, Juni, Dezember, August und Oktober.
  • Je mehr Vergnügen du an deiner Arbeit hast, um so besser wird sie bezahlt.
  • Schlagfertigkeit ist etwas, worauf man erst 24 Stunden später kommt.
  • Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden.
  • Trenne dich nicht von deinen Illusionen. Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren, aber aufgehört haben zu leben.
  • Mit Kummer kann man allein fertig werden, aber um sich aus vollem Herzen freuen zu können, muss man die Freude teilen.

Und hier noch eins speziell für Tina:

  • Golf: ein schöner Spaziergang, der einem verdorben wird.


6 Kommentare zu 100. Todestag Mark Twain

  1. Biggi

    Mein Lieblingszitat von Twain ist: Die größte Macht hat das richtige Wort zur richtigen Zeit.

  2. Ines

    Ein einziges Mal gewann ich als Kind etwas bei einem Preisausschreiben, und zwar “Die Abenteuer des Huckleberry Finn”. Damit begann meine Liebe zu Mark Twain. Besonders köstlich finde ich immer noch “A tramp Abroad”, darin besonders die Erlebnisse in der Schweiz.

  3. Elke Hesse

    @Biggi: Auch schön! Und knackiger als der Glühwürmchenspruch :-).

  4. Elke Hesse

    @Ines: Danke für den Lesetipp, kenne ich gar nicht.

  5. be|es|ha

    Ich hab nicht das Glühwürmchen-Zitat, sondern dieses genommen: »Schreiben ist leicht. Man muß nur die falschen Wörter weglassen« :-) Und aus dem Tramp Abroad bzw. dem »Bummel durch Europa« kann ich persönlich sehr gut Twains Empfindungen beim Besuch von Wagners Oper »Lohengrin« verstehen: »Es erregte in mir einen unerträglichen Schmerz, ganz ähnlich wie das Plombieren der Zähne beim Zahnarzt.« Wohingegen ich bei den »Schrecken der deutschen Sprache« ja üüüberhaupt nicht weiß, wovon er da redet ;-)

  6. Heike

    Lauter tolle und tiefgründige Zitate! Was will man auch sonst erwarten von einem Schriftsteller, der sich für ein Pseudonym entscheidet, das “2 Faden Wassertiefe” bedeutet …
    Über Frauen sagte er übrigens mal:
    “Was wären die Menschen ohne die Frauen? Rar, sehr rar.”

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