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	<title>wort-gestalten.de – Elke Hesse – Text, Werbelektorat, Übersetzung – München &#187; Geflügelte Worte</title>
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	<description>Die Textwerkstatt von Elke Hesse</description>
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		<title>100. Todestag Mark Twain</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Apr 2010 07:00:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elke Hesse</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geflügelte Worte]]></category>
		<category><![CDATA[Twain]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute vor 100 Jahren ist Mark Twain im Alter von 75 Jahren in Connecticut gestorben. Wenn ich seinen Namen lese, denke ich sofort an Huck. Ich glaube, Huck war meine erste große Liebe. Na ja, eigentlich Marc di Napoli, der den Hucklebbery Finn 1968 in dem ZDF-Vierteiler gespielt hat. Was habe ich von diesem verwegenen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute vor 100 Jahren ist <strong>Mark Twain</strong> im Alter von 75 Jahren in Connecticut gestorben. Wenn ich seinen Namen lese, denke ich sofort an Huck. Ich glaube, Huck war meine erste große Liebe. Na ja, eigentlich Marc di Napoli, der den Hucklebbery Finn 1968 in dem ZDF-Vierteiler gespielt hat. Was habe ich von diesem verwegenen Blondschopf geträumt &#8230; mir ausgemalt, wie ich an seiner Seite am Mississippi lebe und abends am Lagerfeuer liege &#8230;</p>
<p>(Also, nicht dass hier komische Rechnungen aufkommen:  Ich kann diesen Vierteiler unmöglich im Jahr 1968 gesehen haben, da war ich nämlich noch viel zu klein, sondern irgendwann später als Wiederholung &#8230; ;-))</p>
<p>Aber romantische Erinnerungen beiseite, dieser Mark Twain war ja ein extrem genauer Beobachter des amerikanischen Bürgertums und außerdem noch ein sehr scharfzüngiger dazu. Eines der wohl beliebtesten Zitate auf Texterinnen-Websites ;-) stammt von ihm:</p>
<p><span style="color: #c10000;">Der Unterschied zwischen dem richtigen Wort und dem beinahe richtigen ist derselbe Unterschied wie zwischen dem Blitz und einem Glühwürmchen.</span> <span style="color: #000000;"><br />
Aber er hat noch einige andere schöne Zitate von sich gegeben und anlässlich des 100. Todestags möchte ich hier ein paar davon zum gütlichen Gebrauch aufführen:<span id="more-2818"></span></span></p>
<ul>
<li>Jeder ist ein Mond und hat eine dunkle Seite, die er niemandem zeigt.</li>
<li>Die deutsche Sprache sollte sanft und ehrfurchtsvoll zu den toten Sprachen abgelegt werden, denn nur die Toten haben die Zeit, diese Sprache zu lernen.</li>
<li>Für Börsenspekulationen ist der Februar einer der gefährlichsten Monate. Die anderen sind Juli, Januar, September, April, November, Mai, März, Juni, Dezember, August und Oktober.</li>
<li>Je mehr Vergnügen du an deiner Arbeit hast, um so besser wird sie bezahlt.</li>
<li>Schlagfertigkeit ist etwas, worauf man erst 24 Stunden später kommt.</li>
<li>Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden.</li>
<li>Trenne dich nicht von deinen Illusionen. Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren, aber aufgehört haben zu leben.</li>
<li>Mit Kummer kann man allein fertig werden, aber um sich aus vollem Herzen freuen zu können, muss man die Freude teilen.</li>
</ul>
<p>Und hier noch eins speziell für <a href="http://www.text-deluxe.de/" target="_blank" class="liexternal">Tina</a>:</p>
<ul>
<li>Golf: ein schöner Spaziergang, der einem verdorben wird.</li>
</ul>
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		<title>Happy birthday, Schiller!</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Nov 2009 08:58:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elke Hesse</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geflügelte Worte]]></category>
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		<category><![CDATA[Zitate]]></category>

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		<description><![CDATA[Friedrich Schiller wurde heute vor 250 Jahren geboren. Ich weiß nicht, ob es noch viele Menschen gibt, die freiwillig seine Dramen und Balladen lesen, aber was ich ganz sicher weiß, ist, dass viele Menschen sehr oft Schiller zitieren, ohne sich darüber bewusst zu sein. Es gibt wahrscheinlich kaum einen Dichter, von dem ähnlich viele geflügelte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Friedrich Schiller wurde heute vor 250 Jahren geboren. Ich weiß nicht, ob es noch viele Menschen gibt, die freiwillig seine Dramen und Balladen lesen, aber was ich ganz sicher weiß, ist, dass viele Menschen sehr oft Schiller zitieren, ohne sich darüber bewusst zu sein. Es gibt wahrscheinlich kaum einen Dichter, von dem ähnlich viele geflügelte Worte in den sprichwörtlichen Gebrauch geraten sind. Hier einige Kostproben (man beachte auch das Werkstatt-Zitat der Woche):</p>
<p>Früh übt sich, was ein Meister werden will.</p>
<p>Die Axt im Haus erspart den Zimmermann.</p>
<p>Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben,<br />
wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt!</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-2474" title="Friedrich-Schiller" src="http://wort-gestalten.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/11/Friedrich-Schiller.jpg" alt="Friedrich-Schiller" width="250" height="250" />Drum prüfe, wer sich ewig bindet &#8230;</p>
<p>Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang.</p>
<p>Was ist der langen Rede kurzer Sinn?</p>
<p>Das Maß ist voll.</p>
<p>Von der Stirne heiß<br />
rinnen muss der Schweiß.</p>
<p>Es ist noch nicht aller Tage Abend.</p>
<p>Seid umschlungen, Millionen.</p>
<p>Donner und Doria.</p>
<p>Drinnen waltet die züchtige Hausfrau.</p>
<p>Wie kommt mir solcher Glanz in meine Hütte?</p>
<p>Hinter dem U kommt gleich das Weh, das ist die Ordnung im ABC.</p>
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		<title>Wenn die Haare über dem Kopf zusammenschlagen &#8230;</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Oct 2009 21:09:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elke Hesse</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geflügelte Worte]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachbetrachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Lustiges]]></category>
		<category><![CDATA[Sprichwörter]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230; kann es sich nur um die unfreiwillig falsche Wiedergabe eines bekannten Sprichworts handeln. So geschehen jüngst in einem Radiointerview mit einem Polizisten, der zu den Sicherheitsmaßnahmen beim Münchner Oktoberfest befragt wurde und eigentlich sagen wollte, dass die Polizei aufgrund der Gerüchte, die auf der Wiesn kursierten, &#8220;die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen&#8221; habe. Aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; kann es sich nur um die unfreiwillig falsche Wiedergabe eines bekannten Sprichworts handeln. So geschehen jüngst in einem Radiointerview mit einem Polizisten, der zu den Sicherheitsmaßnahmen beim Münchner Oktoberfest befragt wurde und eigentlich sagen wollte, dass die Polizei aufgrund der Gerüchte, die auf der Wiesn kursierten, &#8220;die <strong>Hände </strong>über dem Kopf zusammengeschlagen&#8221; habe. Aber im oder besser am Hinterkopf des Interviewten war wohl was verankert mit &#8220;uns standen die <strong>Haare zu Berge</strong>&#8221; und so kam dann heraus, dass die Ordnungshüter &#8220;die <strong>Haare </strong>über dem Kopf zusammengeschlagen&#8221; haben.</p>
<p>Ich hab sehr lachen müssen und mich hat das Ganze an eine frühere Kollegin erinnert, die Sprichwörter liebte und sie gern zitierte, nur leider meistens falsch oder verdreht. Sie sagte gern so altkluge Dinge wie &#8220;Besser spät als zu früh&#8221; oder &#8220;Viele Breie verderben den Koch&#8221; oder &#8220;Alles Schlechte kommt von unten&#8221;. Sehr amüsiert haben wir uns auch, als sie einmal im Brustton der Überzeugung kundtat: &#8220;Wer anderen eine Grube gräbt, sollte nicht mit Steinen werfen.&#8221;</p>
<p>Ja ja, lacht ihr nur, aber jeder kehre auf seinem eigenen Hof und was ich nicht weiß, ist das halbe Leben. Oder war da was mit Tür und Ordnung? Oje, das wird mir jetzt zu heiß hier, Mutter ist die Vorsicht der Porzellankiste und Reden ist Schweigen, Silber ist Gold.</p>
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		<title>Klappern gehört zum Handwerk</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Oct 2009 19:58:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elke Hesse</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geflügelte Worte]]></category>
		<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachbetrachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Handwerk]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich gehöre eigentlich nicht zu den Menschen, die eine große Klappe haben oder öfter die Klappe aufreißen. Nein, ich kann auch ganz gut meine Klappe halten. Manchmal, das gebe ich zu, fällt bei mir ob mancher Unverschämtheiten die Klappe runter, aber ich geb wirklich nur ganz selten jemandem was auf die Klappe (mein Mann liest [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich gehöre eigentlich nicht zu den Menschen, die eine große Klappe haben oder öfter die Klappe aufreißen. Nein, ich kann auch ganz gut meine Klappe halten. Manchmal, das gebe ich zu, fällt bei mir ob mancher Unverschämtheiten die Klappe runter, aber ich geb wirklich nur ganz selten jemandem was auf die Klappe (mein Mann liest hier hoffentlich nicht mit ;-)). Klar, manchmal hab ich einen Klaps, und bestell mir zum Beispiel im Internet hochhackige Schuhe, von denen ich beim ersten Anprobieren weiß, dass ich niemals auch nur eine Stunde darin werde laufen können &#8230; Aber wenn alles klappt wie am Schnürchen, so wie das zur Zeit bei mir beruflich der Fall ist, dann, habe ich gelernt, gehört Klappern unbedingt zum Handwerk.</p>
<p>Denn genau das haben die Handwerker im Mittelalter früher auf den Märkten gemacht. Mit einer Klapper aus Holz und viel Lärm priesen sie ihre Waren an, machten lautstark auf sich aufmerksam. Selbstdarstellung nennt man das heute, Eigenwerbung. So, und wenn ich jetzt sage, dass ich mich zur Zeit über viel Kundenlob und Folgeaufträge freue und euch gleichzeitig die Redensart erkläre, schlage ich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe &#8230; Klappt doch!</p>
<p>Klappe zu, Affe tot!</p>
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		<title>Etwas auf dem Kerbholz haben</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Sep 2009 15:23:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elke Hesse</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geflügelte Worte]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Wortschätze]]></category>

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		<description><![CDATA[Nein, nicht durch die gestrigen Bundestagswahlen bin ich auf diesen Ausdruck gestoßen, auch wenn diese Vermutung naheliegt, schaut man sich das geballte Politiktheater so an. Vielmehr las ich die Erklärung für diese Redewendung mit großem Vergnügen im neuen Mathebuch meines Sohnes &#8230;
Wer heutzutage etwas auf dem Kerbholz hat, hat etwas Unrechtes, manchmal sogar eine Straftat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nein, nicht durch die gestrigen Bundestagswahlen bin ich auf diesen Ausdruck gestoßen, auch wenn diese Vermutung naheliegt, schaut man sich das geballte Politiktheater so an. Vielmehr las ich die Erklärung für diese Redewendung mit großem Vergnügen im neuen Mathebuch meines Sohnes &#8230;</p>
<p>Wer heutzutage etwas auf dem Kerbholz hat, hat etwas Unrechtes, manchmal sogar eine Straftat begangen. Wer im Mittelalter etwas auf dem Kerbholz hatte, war entweder ein Schuldner oder ein Gläubiger. Denn ein Kerbholz war ein Zählstock, auf dem etwas markiert werden konnte: Warenlieferungen, Arbeitsleistungen oder Schulden. Dann wurde der Holzstab der Länge nach geteilt und je eine Hälfte behielten Schuldner und Gläubiger für sich. Bei der Abrechnung konnte so nicht geschummelt werden, denn wenn sich die Kerben beim Aufeinanderlegen nicht entsprachen, stimmte etwas nicht.</p>
<p>Eine moderne Abwandlung dieser Methode gibt es heute noch, wenn der Wirt in der Kneipe mit Strichen auf dem Bierdeckel die Anzahl der Getränke vermerkt &#8230;</p>
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		<title>Was Prokrustes mit Prokrastination zu tun hat</title>
		<link>http://wort-gestalten.de/was-prokrustes-mit-prokrastination-zu-tun-hat/</link>
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		<pubDate>Tue, 31 Mar 2009 05:50:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elke Hesse</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geflügelte Worte]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachbetrachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Prokrastination]]></category>
		<category><![CDATA[Wortschätze]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bin ja, wie wahrscheinlich mindestens 90 Prozent meiner Zeitgenossen und -genossinnen, recht prokrastinationanfällig. Nun muss ich ehrlich zugeben, dass ich dieses schöne Wort noch nicht so sehr lange kenne. Irgendwann las ich es mal irgendwo, stutzte und verband das Wort sofort mit Prokrustes, dem Riesen aus der griechischen Mythologie. Das war dieser Fiesling, der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin ja, wie wahrscheinlich mindestens 90 Prozent meiner Zeitgenossen und -genossinnen, recht <a href="http://wort-gestalten.de/herkulesaufgaben-fur-kenner-der-antike/" class="liinternal">prokrastinationanfällig</a>. Nun muss ich ehrlich zugeben, dass ich dieses schöne Wort noch nicht so sehr lange kenne. Irgendwann las ich es mal irgendwo, stutzte und verband das Wort sofort mit <strong>Prokrustes</strong>, dem Riesen aus der griechischen Mythologie. Das war dieser Fiesling, der durchreisende Wanderer einlud, bei ihm zu übernachten.</p>
<p>Nette Geste, könnte man meinen, aber Prokrustes litt leider unter der Wahnvorstellung, die Menschen müssten exakt in sein Bett passen. Und so zog er sie entweder auf der Streckbank in die richtige Länge oder er hackte zu groß Geratenen einfach die Füße ab. Wer heute von einem <strong>Prokrustesbett </strong>spricht, beschreibt damit eine Zwangslage oder auch eine sehr peinliche Situation, aus der man sich nicht befreien kann. Prokrustes heißt im Griechischen &#8220;der Strecker&#8221;.<img class="alignright size-full wp-image-1881" title="5vor12_by_knipseline_pixeliode" src="http://wort-gestalten.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/03/5vor12_by_knipseline_pixeliode.jpg" alt="5vor12_by_knipseline_pixeliode" width="190" height="142" /></p>
<p>Ich las also von &#8220;Prokrastination&#8221; und dachte spontan, das sei die Beschreibung dafür, wie man etwas, was eigentlich unangenehm ist, für sich passend und wieder angenehm macht (denn für Prokrustes war es ja schließlich auch eine persönliche Bedürfnisbefriedigung, sich seine Gäste bettgerecht zuzurichten).</p>
<p>Dann jedoch recherchierte ich und musste feststellen, dass Prokrastination ein sehr neumodisches halbwissenschaftliches Wort aus der 80er-Jahren ist, welches das menschliche Aufschiebeverhalten bezeichnet.<span id="more-1865"></span>&#8220;Pro&#8221; heißt im Lateinischen &#8220;für&#8221; und &#8220;cras&#8221; heißt &#8220;morgen&#8221;. Und wenn ich beispielweise eigentlich meine Steuererklärung machen sollte, jetzt und hier und sofort, stattdessen aber lieber meinen Feedreader lese, die Spülmaschine ausräume oder das wahnsinnige Bedürfnis verspüre,  einen neuen Blogbeitrag zu schreiben, dann prokrastiniere ich.</p>
<p>Na ja, und wenn ich so drüber nachdenke, lag ich ja doch mit meiner Spontandefinition gar nicht so daneben. Wer prokrastiniert, weicht unangenehmen Dingen aus und sucht sich Angenehmeres. Das ist menschlich. Deshalb tun es (fast) alle. Gefährlich ist es nur, wenn es chronisch, manisch, zwanghaft wird. Und eigentlich ist Prokrastination dann auch kein Augenzwinkerspaß mehr, sondern ein ernsthaftes Handicap. <a href="http://karrierebibel.de/gefaehrliche-schiebschaften-45-wege-gegen-prokrastination/" target="_blank" class="liexternal">Gefährliche Schiebschaften</a> hat Jochen Mai in seinem Karrierebibel-Blog das mal genannt und lesenswerte Thesen dazu verfasst.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1884" title="stopschild_by_michael-buhrke_pixeliode" src="http://wort-gestalten.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/03/stopschild_by_michael-buhrke_pixeliode.jpg" alt="stopschild_by_michael-buhrke_pixeliode" width="196" height="166" />Innerhalb meiner Spezies, den Textarbeitern, gibt es übrigens jede Menge <strong>Erregungsaufschieber</strong> (die anderen sind die Vermeidungsaufschieber), behaupte ich einfach mal so aus eigener Erfahrung. Also Schreiberlinge, die gern erst mal stundenlang um ihren Schreibtisch herumschleichen und denen tausend andere wichtigere Dinge einfallen, die sie noch tun müssen, bevor sie sich an den ersten Satz eines zu schreibenden Textes wagen. (Dazu ein interessanter Beitrag von Kerstin Hoffmann <a href="http://taeglichfrisch.wordpress.com/2009/01/12/die-angst-vor-dem-weisen-blatt/" target="_blank" class="liexternal">Die Angst vor dem weißen Blatt</a>, auch die Kommentare dazu lesenswert.)</p>
<p>Tja, man kann sowas natürlich als Arbeitsflucht, als Zeitvergeudung, Disziplinlosigkeit, als sinnlose Tüdelei bezeichnen. Andererseits: Ich schaffe es locker, statt der eigentlich anstehenden Aufgabe zehn andere zu bewältigen. Ist doch auch was, oder? Kathrin Passig und Sascha Lobo haben ein nettes Buch darüber geschrieben: <a href="http://tiny.cc/gAksl" target="_blank" class="liexternal">Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin</a>.</p>
<p>Darin behaupten sie, dass der Aufwand, den man in die Arbeit investiert, <strong>umgekehrt proportional</strong> zur verbleibenden Zeit sei. Und man erst im <strong>letzten Viertel</strong> so richtig produktiv wird. Und <strong>wirklich konzentriert</strong> bei der Sache ist. Und dann dabei so <strong>richtig glücklich</strong> ist. Na also!</p>
<p><em>(Fotos von Knipseline und Michael Bührke, pixelio.de)</em></p>
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		<title>Der Krise den Bankrott erklären</title>
		<link>http://wort-gestalten.de/entscheidende-wendungen-zerbrochene-tische-und-fluchtreflexe/</link>
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		<pubDate>Sun, 08 Mar 2009 19:43:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elke Hesse</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geflügelte Worte]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachbetrachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzung]]></category>
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		<description><![CDATA[Das derzeit beliebteste Wort in sämtlichen deutschen Medien dürfte mit großem Abstand das Wort Krise sein. Hier ein paar ziemlich frische Schlagzeilen:

Bayern schießt sich aus der Krise. (zeit.de)
Die IT-Branche trotzt der Krise. (heise.de)
Die FDP profitiert von der Krise.(tagesschau.de)
Die Pflegebranche kennt keine Krise. (handelsblatt.com)

und die Bundesregierung überschreibt sogar ihre Webseite zu den Konjunkturpaketen mit: Die Krise [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das derzeit beliebteste Wort in sämtlichen deutschen Medien dürfte mit großem Abstand das Wort <strong>Krise </strong>sein. Hier ein paar ziemlich frische Schlagzeilen:</p>
<ul>
<li>Bayern schießt sich aus der Krise. (zeit.de)</li>
<li>Die IT-Branche trotzt der Krise. (heise.de)</li>
<li>Die FDP profitiert von der Krise.(tagesschau.de)</li>
<li>Die Pflegebranche kennt keine Krise. (handelsblatt.com)</li>
</ul>
<p>und die Bundesregierung überschreibt sogar ihre Webseite zu den <a href="http://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/konjunkturpaket/DE/Startseite/startseite.html" target="_blank" class="liexternal">Konjunkturpaketen</a> mit: <strong>Die Krise meistern</strong>.<img class="alignright size-full wp-image-1734" style="margin: 5px;" title="Krise_by_klaus-uwe-gerhardt_pixeliode" src="http://wort-gestalten.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/03/krise_by_klaus-uwe-gerhardt_pixeliode.jpg" alt="Krise_by_klaus-uwe-gerhardt_pixeliode" width="200" height="133" /></p>
<p>Nun ist sehr fraglich, ob bei all dem Krisengerede überhaupt noch einer durchblickt, von welcher Krise denn im Einzelnen die Rede ist. Es scheint vielmehr so, als habe sich eine riesengroße Krankheit ausgebreitet, fürchterlich ansteckend, eine Seuche, die uns alle erfasst, eine krisige Seuche, äh, eine riesige Seuche. Alle jammern und wehklagen, verzagen und verzweifeln. Und keiner weist darauf hin, dass das griechische Wort <em>krísis </em>eine entscheidende Wendung bezeichnet und die <em>Krisis </em>in der medizinischen Fachsprache sogar den Höhe- und gleichzeitig Wendepunkt einer Krankheit bedeutet. (Wobei natürlich die Wendung sowohl zur vollständigen Genesung als auch zum endgültigen Exitus führen kann.)<span id="more-1730"></span></p>
<p>Über zwei weitere Begriffe lohnt es sich, finde ich zumindest,  in diesem Zusammenhang nachzudenken: <strong>Bankrott </strong>und <strong>Pleitegeier</strong>. Das Buch des  Zürcher Journalisten und Kommunikationsberaters René Zeyer &#8220;Bank, Banker, Bankrott<em>&#8220;</em> legt den Verdacht nah, bei &#8220;Bankrott&#8221; handele es sich um einen Superlativ, die höchste Steigerungsform, zu der eine Bank fähig ist. Obwohl sich dieser Verdacht in den letzten Wochen irgendwie bestätigt hat, muss ich der Ordnung halber darauf hinweisen, dass Bankrott wörtlich übersetzt aus dem Italienischen eigentlich <strong>zerbrochener Tisch</strong> heißt. Ob im 15. Jahrhundert (aus dieser Zeit stammt das Wort) einem zahlungsunfähigen Geldwechsler oder -verleiher in Venedig oder Florenz der Tisch (banca) mal tatsächlich zerschlagen (rotta) wurde, ist allerdings nirgends bezeugt. Vermutlich den ersten Bankrott der Geschichte dürfte niemand Geringerer als Jesus von Nazareth gemacht haben, glaubt man den Evangelien, die berichten, wie er voller Zorn die Tische der Geldwechsler im Tempel von Jerusalem umstieß.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1735" title="Geier_by_holger-bar-visual-dreams-_pixeliode" src="http://wort-gestalten.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/03/geier_by_holger-bar-visual-dreams-_pixeliode.jpg" alt="Geier_by_holger-bar-visual-dreams-_pixeliode" width="200" height="150" />Dass nach so vielen Bankrotterklärungen anschließend der Pleitegeier über allem schwebt, ist ein schönes, aber leider auch falsches Bild. Denn der Pleitegeier ist mitnichten ein gieriger, lauernder Aasvogel, der sich über die Überreste der zerbrochenen Tische hermacht. Vielmehr stammt das Wort &#8220;Pleite&#8221; aus der Gaunersprache und geht auf ein hebräisches Wort für <strong>Flucht </strong>oder jiddisch <strong>Entrinnen</strong> zurück. Die Bedeutungsverschiebung zu &#8220;Bankrott&#8221; liegt nahe: Der zahlungsunfähige Schuldner kann sich nur durch Flucht=Pleite vor seinen Gläubigern retten. Der <strong>Pleitegeher </strong>aber wurde im Jiddischen wie <strong>Pleitegejer </strong>ausgesprochen und von da war es nicht mehr weit zum Pleitegeier.</p>
<p>Man sieht also: Geht man den Wörtern auf den Grund, ist alles gar nicht mehr so schlimm, wie es ausgesprochen klingt. Im Gegenteil: Es eröffnen sich neue Horizonte. Und das nicht nur in sprachlicher Hinsicht. In diesem Sinne:</p>
<p><strong>Her mit der Krise. Erklären wir ihr den Bankrott. Und schlagen sie endgültig in die Pleite.</strong></p>
<p style="text-align: right;"><em>(Fotos: Krise von Klaus-Uwe Gerhardt, Geier von Holger Bär, pixelio.de)</em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Erbsenzähler und Korinthenkacker</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Feb 2009 09:00:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elke Hesse</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geflügelte Worte]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachbetrachtung]]></category>
		<category><![CDATA[lektorieren]]></category>
		<category><![CDATA[Lustiges]]></category>
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		<category><![CDATA[Wortschätze]]></category>

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		<description><![CDATA[Als Lektorin macht man sich häufig unbeliebt. Lektorinnen sind unverbesserliche Besserwisserinnen, penetrante Prinzipienreiterinnen, peinliche Pedantinnen, quengelige Wortklauberinnen, krämerhafte Klugscheißerinnen, pingelige Korinthenkackerinnen und rechthaberische Erbsenzählerinnen.

Obwohl es schon sehr auffällig ist, dass sich hier gleich zwei Begriffe finden, die merkwürdigerweise etwas mit den doch gemeinhin als unsauber geltenden Ausscheidungsorganen zu tun haben, wo es doch einer Lektorin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Lektorin macht man sich häufig unbeliebt. Lektorinnen sind unverbesserliche Besserwisserinnen, penetrante Prinzipienreiterinnen, peinliche Pedantinnen, quengelige Wortklauberinnen, krämerhafte Klugscheißerinnen, pingelige Korinthenkackerinnen und rechthaberische Erbsenzählerinnen.</p>
<p><img class="size-full wp-image-1542 alignright" style="margin: 5px 3px;" title="Erbsenzaehler_by_andreas-mueller_pixeliode1" src="http://wort-gestalten.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/02/erbsenzaehler_by_andreas-muller_pixeliode1.jpg" alt="Erbsenzaehler_by_andreas-mueller_pixeliode1" width="250" height="188" /></p>
<p>Obwohl es schon sehr auffällig ist, dass sich hier gleich zwei Begriffe finden, die merkwürdigerweise etwas mit den doch gemeinhin als unsauber geltenden Ausscheidungsorganen zu tun haben, wo es doch einer Lektorin (oder ihrem männlichen Pendant) immer (auch) um die Sauberkeit und Reinerhaltung der deutschen Sprache geht – möchte ich auf dieses Thema nicht näher eingehen, sondern lieber erläutern, was es etymologisch mit den Erbsen und Korinthen auf sich hat:<span id="more-1537"></span></p>
<p>Korinthen sind getrocknete Trauben in Kleinstform. Ein Korinthenkacker ist ein Pedant, ein kleinlicher Mensch, der sich noch nicht einmal bei der Abführung seiner Verdauungsendprodukte großzügig zeigt, sondern diese nur in Miniportionen – korinthenähnlich –  abgeben will.</p>
<p>Wer zu viel Zeit hat und auch noch geizig ist, bricht beim Erbsensammeln nicht einfach nur die Schoten auf, sondern zählt die kleinen grünen Eiweißperlen genau ab.  (Kein Wunder, dass das Schimpfwort &#8220;Erbsenzähler&#8221; vielfach auf  Verwaltungs- und Finanzbeamte angewendet wird.) Den Begriff selbst verdanken wir höchstwahrscheinlich dem berühmten Genetik-Begründer Gregor Johann Mendel, der jahrelang Erbsen züchtete, zählte und kreuzte und von seinen Klosterbrüdern deshalb liebevoll &#8220;Erbsenzähler&#8221; genannt wurde. Leider wurden Mendels bahnbrechende Erkenntnisse der Vererbungslehre erst viele Jahre nach seinem Tod angemessen gewürdigt.</p>
<p>Nun ja, damit können wir Lektoren und Lektorinnen uns ja <span style="text-decoration: line-through;">damit</span> dann ein bisschen trösten, wenn wir uns mal wieder verkannt fühlen – vielleicht kommt unser Ruhm ja auch noch posthum &#8230; ;-)</p>
<p style="text-align: right;"><em>(Foto: Andreas Müller, pixelio.de)</em></p>
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		<title>Wenn Worten Flügel wachsen</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Jan 2009 10:54:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elke Hesse</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geflügelte Worte]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachbetrachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Zitate]]></category>

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Dieses Blog ist noch in der Entstehungsphase, wie unschwer zu bemerken ist. Da kommen so nach und nach die Kategorien und Schlagworte dazu oder werden auch wieder verworfen &#8230; Das Posting zu den Potemkinschen Dörfern jedenfalls hat mich darauf gebracht, eine Kategorie &#8220;Geflügelte Worte&#8221; anzulegen und dazu passend dann auch gleich das Werkstatt-Zitat der Woche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-1266 alignright" style="margin: 10px;" title="Foto: Maria Bosin, pixelio.de" src="http://wort-gestalten.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/01/dsc06418_191542_by_maria-bosin_pixeliode.jpg" alt="Foto: Maria Bosin, pixelio.de" width="140" height="209" /></p>
<p>Dieses Blog ist noch in der Entstehungsphase, wie unschwer zu bemerken ist. Da kommen so nach und nach die Kategorien und Schlagworte dazu oder werden auch wieder verworfen &#8230; Das Posting zu den <a href="http://wort-gestalten.de/potemkinsche-doerfer/" class="liinternal">Potemkinschen Dörfern</a> jedenfalls hat mich darauf gebracht, eine Kategorie &#8220;Geflügelte Worte&#8221; anzulegen und dazu passend dann auch gleich das <strong>Werkstatt-Zitat der Woche</strong> von einer meiner Lieblingszitatenschöpferinnen Marie von Ebner-Eschenbach auszusuchen.</p>
<p>Die Fügung selbst stammt von Homer: „schnell von den Lippen des Redenden enteilende, zum Ohre des Hörenden fliegende Worte&#8221;. Aber erst <a href="http://www.amazon.de/Gefl%C3%BCgelte-Worte-Georg-B%C3%BCchmann/dp/3426075024/ref=sr_1_3?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1232966163&amp;sr=1-3" target="_blank" class="liexternal">Georg Büchmann</a> machte 1864 mit seiner berühmt gewordenen Zitatensammlung &#8220;Geflügelte Worte – der Citatenschatz des deutschen Volkes&#8221; das geflügelte Wort selbst zu einem geflügelten Wort. Seither erhalten literarisch belegbare Redewendungen, die in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen sind, die Ehre, mit Wolkenflügelchen herumzufliegen, :-).</p>
<p><em>(Foto: Maria Bosin, pixelio.de)</em></p>
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		<title>Potemkinsche Dörfer</title>
		<link>http://wort-gestalten.de/potemkinsche-doerfer/</link>
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		<pubDate>Sat, 24 Jan 2009 18:28:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elke Hesse</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geflügelte Worte]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachbetrachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Potemkin]]></category>

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		<description><![CDATA[Man liest den Begriff zwar relativ häufig (siehe Artikel zum SZ-Interview mit Urs Widmer), aber die wenigsten wissen sicher, woher das geflügelte Wort von den Potemkinschen Dörfern stammt. Fürst Gregor Alexandrowitsch Potemkin war ein russischer Adliger, der am Hof Katharinas II. das Vertrauen der Regentin genoss. Auf einer Inspektionsreise mit der Zarin durch Gebiete, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man liest den Begriff zwar relativ häufig (siehe Artikel zum <a href="http://wort-gestalten.de/sprache-als-nebelwand/" class="liinternal">SZ-Interview mit Urs Widmer</a>), aber die wenigsten wissen sicher, woher das geflügelte Wort von den <strong>Potemkinschen Dörfern</strong> stammt. Fürst Gregor Alexandrowitsch Potemkin war ein russischer Adliger, der am Hof Katharinas II. das Vertrauen der Regentin genoss. Auf einer Inspektionsreise mit der Zarin durch Gebiete, die seiner Verwaltung unterstellt waren, ließ er neben den Straßen bemalte Kulissen aufstellen, die Bauernhäuser und schöne Gehöfte zeigten, ja, ganze Kulissendörfer.</p>
<p>Die Zarin war vermutlich extrem kurzsichtig, sonst hätte sie den faulen Zauber wohl erschaut. Na ja, ehrlich gesagt, ist es historisch nicht sicher, ob die Geschichte wirklich stimmt. Aber weil es häufiger vorkommt, dass jemand bloßen Schein für Wirklichkeit vorgaukelt, haben sich die Potemkinschen Dörfer im Sprachgebrauch erhalten.</p>
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