Kleine Taten – große Wirkung
15. Oktober 2009 | Thema: In eigener Sache
Das afrikanische Sprichwort, das ich oben als Werkstattzitat der Woche hingestellt habe, war auch das Motto eines Buches, das ich vor gut einem Jahr für den Kosmos Verlag übersetzt und bearbeitet habe: Rette die Erde, von Rich Hough. Dabei handelt es sich um eine Art Handbuch für Jugendliche, mit einer Fülle an Tipps für umweltgerechtes Verhalten im Alltag. Und weil ich für diesen Titel auch eine umfangreiche Linkliste erstellen sollte, habe ich mich auf Webseiten von Umweltschutzverbänden, -organisationen, -vereinen, etc. getummelt, über die ich sonst nie gesurft wäre. Die Arbeit an diesem Buch wurde für mich zu einer echten Bereicherung, denn ich habe eine Menge Dinge erfahren, die ich vorher nicht wusste.
Heute ist Blog Action Day und ich habe mich gern verpflichtet, über den Klimawandel in meinem Blog zu schreiben. Ob eigentlich jeder inzwischen so genau weiß, was das eigentlich bedeutet, “Klimawandel”? Ich geb hier mal eine möglichst einfache Erklärung:
Obwohl die Sonne so weit von der Erde weg ist, schafft sie es doch, unseren Planeten zu erwärmen. Und zwar deshalb, weil ein Teil der Sonnenwärme, der von der Erde wie von einem Spiegel zurückgestrahlt wird, von sogenannten Treibhausgasen (u. a. Methan, Wasserdampf und Kohlendioxid) in der Luft festgehalten wird wie unter einem Glasdach. Das nennt man den Treibhauseffekt. Dadurch, dass wir Menschen aber viel zu viel Kohlendioxid (Autos, Heizungen, Kraftwerke) produzieren und gleichzeitig große Wälder auf der Erde gefällt werden, deren Bäume das Kohlendioxid sonst aufnehmen würden, wird der Treibhauseffekt immer größer. Je mehr Kohlendioxid in der Luft ist, desto wärmer wird es auf der Erde. Die Gletscher schmelzen. Di
e Meeresspiegel steigen an. Das Klima auf der ganzen Erde ändert sich, es drohen in einigen Ländern Stürme und Überflutungen, in anderen Ländern Dürren. Durch den Klimawandel sterben Tierarten aus, so sind z. B. die Eisbären am Nordpol bedroht, weil ihr Lebensraum langsam dahinschmilzt.
Was wir alle, Kinder und Erwachsene, als Einzelne für den Schutz unserer Erde und gegen den Klimawandel tun können, führe ich an dieser Stelle bewusst nicht auf. Ich denke, dass viele andere Blogschreiber das am heutigen Tag tun werden, unter anderem meine Kolleginnen von der Textguerilla, Birgit, Biggi und Julia. Ich möchte hier lieber ein paar hoffentlich schockierende und aufrüttelnde Fakten benennen:
- Im Jahr 2025 wird ein Drittel der Weltbevölkerung unter akuter Wasserknappheit leiden.
- Im Jahr 2020 wird es schätzungsweise mehr als eine Milliarde Motorfahrzeuge auf der Welt geben. Diese würden rund 1,8 Milliarden Tonnen CO2 in einem Jahr ausstoßen, es sei denn, die Autoindustrie schafft es bis dahin, Elektroautos zu produzieren.
- Jedes Jahr landen rund 45.000 Tonnen Plastikmüll in den Weltmeeren. Plastik ist biologisch nicht abbaubar.
- Im Jahre 2007 lag der Verbrauch von Papier, Pappe und Karton in Deutschland bei 256 kg pro Einwohner, Tendenz: steigend.
- Für 1 kg Rindfleisch braucht man mehr als 10.000 l Wasser.
- Jedes Jahr produziert jeder Deutsche im Schnitt 250 kg Hausmüll.
Nein, ich bin nicht so naiv zu glauben, dass wir die die Entwicklung noch umkehren können, so wie das im unten gezeigten Video von Michael Jackson geschieht. Aber ich glaube daran, dass wir das Schlimmste verhindern können, wenn jeder Einzelne sich bewusst macht, dass er selbst etwas dazu beitragen kann, auch noch für nachfolgende Generationen unseren Planeten Erde zu erhalten. Wir haben keinen anderen.
(Fotos oben: Martina Taylor und Stephanie Hofschläger, pixelio.de)
…
Hey, what about yesterday
What about the seas
The heavens are falling down
I can’t even breathe
What about the bleeding Earth
Can’t we feel its wounds
What about nature’s worth
It’s our planet’s womb
What about animals
We’ve turned kingdoms to dust
What about elephants
Have we lost their trust
What about crying whales
We’re ravaging the seas
What about forest trails
…
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15.Oktober 2009 um 10:01
Blog Action Day?
Denke mir, let’s take action und sag doch auch mal “Hallo!” (s. Link)
Habe den Beitrag “Kleine Taten – große Wirkung” gelesen, und er gefällt mir gut.
Wünsche der Blog-Betreiberin alles Gute für die Zunkunft
MfG
Nobbi Schnutzel
15.Oktober 2009 um 17:40
” … unseren Planeten Erde zu erhalten. Wir haben keinen anderen.”
Aber wir arbeiten ja dran, einen neuen zu finden. Das schaffen wir schon. Und dann – husch – fangen wir nochmal von vorne an.
:-)
16.Oktober 2009 um 13:09
[...] Elke nennt schockierende Zahlen und Fakten – aber weiß auch: „Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern.“ [...]
16.Oktober 2009 um 14:46
Dem Resümee ist nichts hinzuzufügen.
Aber eben weil diese vielen kleinen Leute an vielen kleinen Orten so viele kleine schlimme Dinge tun, entstehen ja diese schockierenden Fakten. Man kann das Zitat also so oder so sehen.
Philosophisch betrachtet.
Aber solange z.B. Aufschnittwurst fünf-scheiben-weise bei den Discountern in monströsen Blisterplastikverpackungen günstiger verkauft wird, als beim Metzger, der diese frisch aufschneidet und in Frischhaltepapier einpackt, wächst der Müll- und Plastikberg weiterhin.
Und wenn ich mir den Papierverbrauch anschaue: Der ist sicherlich in vielen Teilen den vielen kleinen Bildungsbürgern geschuldet, die Zeitungen, Zeitschriften und Bücher verkonsumieren. Rechnet man eine bessere Tageszeitung + ein Wochenmagazin + ein paar Bücher zusammen, so kommt man da schon allein locker auf ca. 100kg. Der Rest wird Klo- und Kopierpapier im Büro sein.
Und die vielen kleinen Blogbetreiber generieren natürlich durch den erzeugten Traffic bei den vielen kleinen Lesern im Web entsprechenden Energieverbrauch (siehe auch: Wieviel Energie verbraucht eine Google-Suchanfrage…) etc.
Wo fängt man an, wo hört man auf?
16.Oktober 2009 um 17:03
Anfangen? Nun, zum Beispiel damit, dass man statt mit Google-Anfragen mit Forestle-Anfragen (http://de.forestle.org/) Energie verbraucht – denn Forestle spendet seine Werbeeinnahmen für die Aufforstung von Regenwäldern.
Und ganz im Ernst: Niemand kann allein die Welt retten. Aber wir können alle unseren Beitrag leisten! Vor allem können wir unseren Abgeordneten aufs Dach steigen – so lange, bis sie sich drum kümmern, neben uns kleinen Drecschleudern auch die ganz großen zu stoppen. Act now! http://www.youtube.com/watch?v=8kaM8olcfHI Und wenn die Männer in den Anzügen nicht zuhören, müssen wir noch lauter rufen: ACT F***CKING NOW!
Das wäre doch ein guter Anfang, oder?
16.Oktober 2009 um 17:23
@Julia: Whow, ich wusste ja, dass du stur bist, aber dass du auch noch so renitent bist ;-) Nein, im Ernst jetzt: forestle.org kannte ich noch gar nicht, 1. gefällt mir der Name ausgesprochen gut und 2. halte ich das für eine Prima-Alternative, wenn sie denn tauglich ist. Hast du Erfahrungswerte damit?
@ Rasmus: Ich verstehe deine Argumente, aber mir ging es darum, einfach noch mal Fakten ins Bewusstsein zu rufen. Klar sind das nur Winzigkeiten, aber wenn jeder von uns beim nächsten Einkauf davor zurückzuckt, irgendwas Plastikverschweißtes einzukaufen (z. B. das Superbilligfleisch beim Discounter) oder zumindest all seine Zeitungen statt in die Restmülltonne zum Altpapiercontainer trägt, Gläser und Flaschen sammelt, sich überlegt, ob er jetzt wirklich ins Auto steigen muss, um zum Bäcker zu fahren oder zur Post und und und …
Ich halte es da mit Hegel: Die Realität besteht aus Widersprüchen , welche zwangsläufig ihre eigene Veränderung sowie die Zukunft erzeugen und bestimmen. Wenn genügend Bewusstwerdung stattfindet, können wir die materielle Welt (zum Besseren) verändern. Daran glaube ich :-)!
16.Oktober 2009 um 20:04
@Elke Ich selber nutze nur noch Forestle statt Google seit der Bundestagswahl, weil Google mich da mit dem Tageslogo sauer gemacht hatte: Ein gelbes Kreuz auf einem schwarzen “O” – wie originell!
Forestle kooperiert mit Yahoo, die sich _auch_ nicht toll verhalten. Da gab es mal ganz böse Geschichten mit chinesischen Dissidenten, deren E-Mails Yahoo der Regierung zugänglich gemacht hat … Man entscheidet sich halt immer zwischen Pest und Cholera. Aber solange ich keine bessere Alternative habe, mache ich halt das Beste draus.
Die Suchergebnisse sind übrigens vergleichbar; außerdem bietet Forestle an, auf Wunsch auch die Google-Suche extra miteinzubeziehen (macht aber drauf aufmerksam, dass in diesen Fälllen Gogle und nicht mehr der Regenwald profitiert). Das heißt: Wenn mir dezidierte Suchergebnisse sehr wichtig sind, dann nutze ich durchaus zusätzlich die sogenannte “Znout”-Suche.
PS: Ich liebe es, renitent zu sein! ;-)