Worte und Werke

holzbuchstaben_3_by_bernd-ehrhardt-werbegrafiker_pixeliode26 buchstABen: niCht viel eigentlich.
Doch wEr sie Famos aneinanderreiht,
kann einiGes bewegen.
staunen Hervorrufen, begeIsterung
und Jubel. Kann herzen erobern.
andere zum Lachen bringen oder zuM weineN.
wOrte sind manchmal Poesie. manchmal auch Quatsch.
abeR einS steht fesT: aus 26 bUchstaben
können Viele Wunderbare teXte entstehen.
mYriaden von sätzen daraus erwachsen.
26 buchstaben: eine ganZe Kiste voller Saatkörner.

Biblische Rätsel

Endlich ist er erschienen, mein Rätselblock bei arsedition für alle kleinen und großen Rätselfans ab 8 Jahren. Zum Tüfteln, Knobeln und Malen rund um Themen aus dem Alten und Neuen Testament. Hübsch illustriert von Dorothea Cüppers, immer abwechselnd farbig und schwarz-weiß. Der Block ist eine schöne Freizeitbeschäftigung für alle Kinder, die bald zur Erstkommunion gehen. Also auch interessant für die Mütter und Väter, die bereits jetzt oder schon bald solch eine Gruppe von Kindern zur Erstkommunionsvorbereitung betreuen. Hier zwei Beispiele aus dem Inhalt, die Lösungen finden sich jeweils auf den Rückseiten.

Beispiel_BibelraetselBergpredigt

Und wieder ist ein Jahr vorbei

Zumindest einen Beitrag schaffe ich noch 2013 ;-). Das muss jetzt einfach sein. Schon allein, um auszuprobieren, ob mit der neuesten WordPress-Version noch alles funzt – Befehl meines Administrators … Eigentlich hatte ich ja gehofft, ich könnte schon mein neues Buch vorstellen, ein Bibel-Rätsel für Kinder, das bei arsedition erscheint. Leider ist es aber noch nicht bei mir eingetroffen, erscheinen wird es im Buchhandel im Januar. Was natürlich bereits seit Monaten in den Buchhandlungen liegt, ist unser neuer Duden-Kalender für 2014. In altbewährter Tradition, mit den gleichen Rubriken wie im Vorjahr. (Der Kalender für 2015 ist übrigens schon druckfertig, als nächste Produktion steht dann der für 2016 an.) Ob das nicht mal langsam langweilig wird? Immerhin schreibe ich diesen Kalender jetzt schon seit 2007. Aber ganz ehrlich: Natürlich bekommt man mit den Jahren eine gewisse Routine, aber die Themen sind immer wieder neu und spannend. Das ganze Jahr über sammle ich alles, was mir an Sprachkuriositäten unter die Augen kommt, und da Sprache ja kein totes Ding ist, sondern ganz im Gegenteil sehr lebendig, sehr entwicklungsfähig, ein Pflänzchen mit immer wieder neuen Trieben, mal hierhin, mal dorthin ausschlagend und neue Blüten treibend, bleibt es interessant. Ein Beispiel gefällig? Bitteschön:

Dudenkalenderblatt 2014

Dudenkalenderblatt 2014

Dudenkalenderblatt Rückseite

Dudenkalenderblatt Rückseite

Können Krebse wirklich singen?

Ja, ich geb es zu, ich bin blogmüde geworden. Aber – und das ist die gute Nachricht – das hat auch was damit zu tun, dass ich so viel zu tun habe und meine Kunden, dazu zählen auch einige neue,  mich in diesem Jahr fast noch mehr in Beschlag nehmen als im letzten Jahr. Zählt das als Ausrede? Na ja … nicht so richtig.

Was ich jetzt aber gerade noch rechtzeitig vor den Weihnachtseinkäufen nachholen muss, ist die Vorstellung des neuen Dudenkalenders für 2013. Den gibt es jetzt zwar auch schon seit ein paar Monaten zu kaufen, aber wer denkt schon im Juli daran, sich einen Kalender für das nächste Jahr zu bestellen? Auch diesmal haben meine Kollegin Ines Balcik und ich uns wieder eine Menge unterhaltsamer und wissenswerter Dinge zur deutschen Sprache einfallen lassen. Wisst ihr zum Beispiel, was ein Krebskanon ist? Oder ein Kunstknecht? Was, glaubt ihr, tut ein Sprachprofiler? Kennt ihr Lieschen Müller? Habt ihr schon davon gehört, dass George W. Bush (ja genau, der ehemalige US-Präsident) indirekt mit Darth Vader verwandt ist, zumindest im Reich der Schwammkugelkäfer? Interessiert euch, was das Wort Pumpernickel mit einem Pimpf zu tun hat?

Nun, dann besorgt euch “Auf gut Deutsch!” und lest selbst. Ich verrate erst mal an dieser Stelle nix … ;-)

 

Frag nicht nach Sonnenschein …

… oder doch!?

In den letzten Tagen hat hier in Bayern so herrlich die Sonne vom blauen Himmel gestrahlt, dass es eine wahre Wonne war. Frühlingsfühlenglücksgefühle!

Das hat mich auf die Redewendung “Frag nicht nach Sonnenschein” gebracht, die ja irgendwie irrwitzig scheint, denn jeder normale Mensch  fragt und sehnt sich doch, zumindest nach einer längeren Periode trüber Tage, nach Sonnenschein. Warum sollte man auch nicht nach Sonnenschein fragen? Aber was sagt denn diese Wendung überhaupt? Ist es die ernsthafte Frage nach dem Wetter? Will jemand damit ausdrücken, dass er etwas nicht ganz ernst meint? Oder verwahrt man sich damit gegen weitere Nachfragen?

Tatsächlich ist es ja, so eine weitere Redensart, die Sonne, die etwas an den Tag bringt, die für Aufklärung sorgt. Umgekehrt bedeutet die Redewendung “Frag nicht nach Sonnenschein”, dass jemand genau diese nähere Aufklärung vermeiden möchte. “Das möchte ich dir jetzt nicht näher beschreiben” – ist der Synonymsatz für “Frag nicht nach Sonnenschein”.

Dass die Sonne bald für alle wieder scheint und es endlich Frühling wird, dafür drücke ich auf jeden Fall die Daumen.

Foto: Gerd Altmann / pixelio.de

Großer Familienbruch am 26.12.11

Nein, ihr müsst nicht erschrecken: Es steht kein Familiendrama an in drei Tagen, zumindest kein geplantes ;-).
Aber ich erhielt heute tatsächlich einen E-Mail-Newsletter mit exakt diesem Betreff. Absender eine hier ansässige Gaststätte.
Ich habe mich köstlich darüber amüsiert … auch wenn ich weder der Einladung zum Familienbruch noch zum Familienbrunch am 2. Weihnachtstag folgen werde …
Ach ja, bevor ich es vergesse: Frohe Weihnachten allerseits! Möge das Fest der Liebe bruchlos für euch alle vorübergehen (sämtliches Porzellan und alle Beziehungen eingeschlossen).

Mein Wörterjahr

Und hier kommt schon der nächste Blogwichtelbeitrag, von meiner geschätzten Mitautorin des Dudenkalenders Ines Balcik. Sie hat ihre Schatzkiste für mich geöffnet und präsentiert uns daraus zwölf Kleinodien, eins für jeden Monat des vergangenen Jahres. Was für eine hübsche Idee, liebe Ines, jeden Monat einem Wortschatz zu widmen; vielleicht greife ich diese Anregung für mein Blog 2012 auf ;-). Höchst amüsant fand ich den in deinem Beitrag erwähnten Abfuhrkalender, ich stelle mir dabei vor, wie eine sagenhaft schöne und kluge Frau penibel Aufzeichungen darüber führt, welchen Männern sie wann eine Abfuhr verpasst hat …

Ich freue mich, dass Ines mir keine Abfuhr gegeben hat, sondern der Einladung zu einem Gastbeitrag gefolgt ist:
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Wenn ein Jahr zu Ende geht, überkommt mich immer das Bedürfnis, ein wenig aufzuräumen. Aufräumen, das bedeutet, sich von einigem zu trennen und Verbleibendes neu zu sortieren. In diesem Jahr habe ich mir die Kalenderwörter vorgenommen, die sich im Laufe der Zeit bei mir angesammelt haben. Übrig geblieben sind nun zwölf Wörter, eins für jeden Monat des Jahres. Ich habe sie in meinen Setzkasten einsortiert und weil sie mir so gut gefallen, stelle ich dir, liebe Elke, hiermit meine zwölf Wortschätzchen vor.

1. In einem Setzkasten werden heute gerne kleine Kostbarkeiten aufbewahrt. Er ist deshalb der ideale Aufbewahrungsort für meine Kalenderwörter. Das Wort Setzkasten gefällt mir, denn es erinnert mich daran, wie aufwendig es einst war, Texte zu drucken und zu verbreiten – früher, als an Digitaldruck und Texte im Internet noch nicht einmal zu denken war. Setzkästen dienten in Zeiten des Bleisatzes zur Aufbewahrung der Lettern oder Typen einer Schriftart.

2. Aktuar endet auf dieselben Buchstaben wie Februar und passt deshalb gut an die zweite Stelle meiner Sammlung. Das Wort hat mehrere Bedeutungen, aufbewahren möchte ich es im Sinne von Berufsschreiber. Nichts anderes war ein Aktuar bzw. Actuarius im Mittelalter: ein Mensch, der die Kunst des Lesens und Schreibens beherrschte. Obwohl heute wesentlich mehr Menschen lesen und schreiben können als damals, ist das professionelle Schreiben nach wie vor eine Kunst oder auch ein Handwerk, wie viele meinen. Beides darf nicht unterschätzt werden.

3. Zu einem Kalender gehören natürlich Monate. Das Wort ist wiederum eng verwandt mit dem Wort Mond und das ist auch kein Wunder, denn der Mond ist, ebenso wie die Sonne, mit der Zeiteinteilung der verschiedenen Kalendersysteme verbunden. Mathematische und astronomische Feinheiten überlasse ich lieber Spezialisten, aber festhalten möchte ich an dieser Stelle, dass der Mond der einzige natürliche Satellit der Erde ist. Mondmonate und Mondkalender sind also gewissermaßen satellitengesteuerte Systeme, die es seit tausenden Jahren gibt.

4. So viele Kalender gibt es, dass einem schwindlig werden kann. Nehmen wir nur einmal Kalender, die mit A anfangen: Abfallkalender, Abfall-Terminkalender, Abfuhrkalender, Abgeordneten-Kalender, Ablaufkalender, Abreißkalender, ADAC-Staukalender, Adventskalender, Akt-Kalender, Aktfoto-Kalender, Amtskalender, Apothekenkalender, Apothekerkalender, ATP-Kalender, Auftrittskalender, Auslieferungskalender, Auslieferungskalender, Ausstellungskalender. Gefunden habe ich diese Kalenderwörter im Wortschatz der Uni Leipzig und frage mich nebenbei, weshalb es keinen Arzt- oder Ärztekalender gibt. Zurück zu meinen Kalenderwörtern: Ich habe lange geschwankt, ob ich Abfallkalender in meinen Setzkasten lege, mich dann aber doch für Abreißkalender entscheiden. Die Erklärung folgt bei 10. Weiterlesen »

Sparen! Prozente! Top-Preis! Vier Erkenntnisse zur Briefkastenwerbung

Und hier kommt der mir beim vorweihnachtlichen Textinenwichteln zugeloste Gastbeitrag meiner Kollegin Andrea Groh. Andrea ist freie Lektorin und betreibt erstaunlicherweise nicht nur ein Blog, sondern gleich zwei (Andrea, wie machst du das bloß?): einmal den Zettelkasten, das Blog zur Website, und dann auch noch ein Rezensionsblog, in dem sie Appetit weckt auf allerlei lesenswerte Bücher. Dass sie sich wegen ihres Blogwichtelbeitrags bei mir in die Untiefen deutscher Werbewirklichkeit gewagt und sich eine ganze Woche lang einer Lektüre gewidmet hat, die sie sonst sicher gern verschmäht, hat mich zutiefst gerührt. Allerdings, liebe Andrea, kann ich dir auch guten Gewissens versichern: Mit dieser Sorte von Texten habe ich zum Glück gar nichts zu tun :-). Aber nun darf Andrea sprechen:
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Liebe Elke, für dich und die Blogwichtelei habe ich keine Mühe gescheut und mich in die Niederungen der deutschen Briefkastenwerbung begeben. Ich habe eine Woche lang Werbematerial gesammelt, das bei mir im Briefkasten gelandet ist. Dafür hab ich die Aufkleber „Keine Werbung!“ und „Keine kostenlosen Zeitschriften!“ abgekratzt und mit Fassung getragen, dass die bunten Seiten, größtenteils auf Billigpapier gedruckt, sich wie von selbst vermehrten und einen Stapel ungeahnten Ausmaßes bildeten. Okay, Letzteres ist übertrieben, aber es war noch genug Papier, das kannst du mir glauben …

Ich hab das Ganze auf zwanzig Werbungen beschränkt, darunter: Sportartikelgeschäfte, Möbelläden, Baumärkte, Supermärkte, Kleidungsdiscounter, Optiker, Elektrofachmärkte, 1-Euro-Läden, Lebensmittelmärkte. Schon spannend, was der Briefkasten alles hergibt – wenn ein Männchen darin wohnen würde, hätte es immer genug zu lesen, ohne ein Buch kaufen oder ausleihen zu müssen. Na gut, das Männchen dürfte keine so großen Ansprüche haben, die würde es eben runterschrauben müssen. Aber ich schweife ab.

Die erste Erkenntnis: Keines der zwanzig Werbeblätter zeigt nur die Artikel und die Preise. Jedes wirbt damit, dass (manche) Preise runtergesetzt sind und dass man enorm spart.

Die zweite Erkenntnis: Natürlich wiederholt sich manches, aber die Vielfalt ist doch relativ groß. Geworben wird unter anderem so: „zum Wochenende sparen“, „radikal reduziert“, „ist günstig“, „extrem reduziert“, „jede Menge Preisnachlass“, „billig“, „40 Prozent sparen“, „absoluter Tiefpreis“, „Preis ganz unten“, „Fest für Schnäppchenjäger“, „Superknüller“, „heiße Preise“, „Preishit“, „Top-Preis“, „Sparfest“, „alter Preis, neuer Preis“, „Sonderposten“. Weiterlesen »

So weiß wie …

… nein, nicht wie Schnee, sondern wie eine Weißwurst.

Des Rätsels Lösung führt hier entlang, zu meinem Blogwichtelbeitrag bei meiner Kollegin Ines Balcik.

Foto: Manfred Walker, pixelio.de

 

Fragologie einer Texterin

Mit großem Vergnügen habe ich meiner Kollegin Tanja Finke-Schürmann in ihrem Fragologie-Blog fünf Antworten darauf gegeben, was eine Texterin alles für Fragen stellen muss. Tanjas Blog ist eigentlich viel mehr, nämlich eine komplette Website, die sich der “Kommunikation mit der Lizenz zum Fragen” widmet. Als mir beim Blogwichteln im Texttreff Tanja zugelost wurde,  fiel es mir nicht schwer, zu diesem Thema etwas beizusteuern. Denn Fragen stelle ich wahnsinnig gern, meine Kunden können ein Lied davon singen.

Foto: Gerd Altmann, pixelio.de

Sich erinnern an Christa W.

So ist das im Leben: Da schweige ich monatelang an dieser Stelle und kaum habe ich mal wieder den ersten Blogeintrag geschrieben, in dem ich behaupte, gar keine Zeit mehr zum Schreiben zu haben, passiert etwas, das mich sofort wieder zum Schreiben animiert. Allerdings ist der Anlass ein trauriger. Denn gerade hörte ich im Radio, dass Christa Wolf gestorben ist. Christa Wolf ist eine der großartigsten Schriftstellerinnen Deutschlands. Sie bzw. ihre Bücher haben mich viele Jahre meines Lebens hindurch begleitet, (“Nachdenken über Christa T.” hat mich als Teenager überwältigt beim Lesen),  ich habe Wolfs Bücher nicht nur einmal, sondern mehrmals gelesen, mich in meiner Studienzeit in Seminaren damit beschäftigt, eine Seminararbeit über sie geschrieben und kann ganze Passagen daraus auswendig zitieren. Es gibt Sätze, die haben sich in mir eingebrannt haben fürs Leben.

Letztes Jahr war sie in München angekündigt zu einer Lesung aus ihrem letzten Buch, “Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud”. Ich habe es, das muss ich zugeben, leider immer noch nicht gelesen. War es der Titel, der mich abschreckte, waren es die über 400 Seiten? Ich weiß nicht, ich weiß nur, ich wollte sie unbedingt mal live erleben. Die Lesung wurde dann jedoch abgesagt, sie war krank geworden. Und wie ich heute erfuhr, wohl so krank, dass sie letztendlich daran gestorben ist.

Ich trauere um sie und bin ihr doch so unendlich dankbar. Passend zum Kleistjahr habe ich soeben ihr “Kein Ort. Nirgends”, geschrieben 1977, wieder aus dem Regal geholt. Christa Wolf beschreibt darin eine fiktive Begegnung von Heinrich von Kleist und Karoline von Günderrode, die beide freiwillig ihrem Leben ein Ende setzten. Ein Buch, das einen von der ersten Zeile an in Bann hält. Auch wenn man kein Kleist-Kenner ist. Auch wenn man noch nie etwas von der Günderrode gehört hat. Auch wenn man meint: Was können einem zwei deutsche Dichter, die vor mehr als 200 Jahren lebten, heute schon noch sagen?

Immer noch gierig auf den Aschegeschmack der Worte … Zu denken, dass wir von Wesen verstanden würden, die noch nicht geboren sind …  Merken wir nicht, wie die Taten derer, die das Handeln an sich reißen, immer unbedenklicher werden? Wie die Poesie der Tatenlosen den Zwecken der Handelnden immer mehr entspricht? … Begreifen, dass wir ein Entwurf sind – vielleicht , um verworfen, vielleicht, um wieder aufgegriffen zu werden, darauf haben wir keinen Einfluss. Das zu belachen, ist menschenwürdig. Gezeichnet zeichnend. Auf ein Werk verwiesen, das offen bleibt, offen wie eine Wunde.

Liebe Christa Wolf, Ihr Werk ist keine offene Wunde, sondern eine offene Schatzkiste. Sie wird mich bis an mein Lebensende begleiten, da bin ich sicher. Und hoffentlich noch viele andere Leser auch. Danke!
Foto: Thomas Max Müller, pixelio.de