In den Nachrichten entdeckt man …

… manchmal grausige Rechtschreibfehler.

Vor einigen Tagen, beim Gucken der Fernsehnachrichten (ich weiß leider nicht mehr , ob es die Tagesschau oder die Heute-Sendung war), konnte ich nicht mehr so entspannt bleiben wie dieser Buddha hier.

Da wurde berichtet über die Wahl in Thailand und im Hintergrund war eine Karte zu sehen. Da stand drauf: Bankok. Dick und fett und sehr gut lesbar.

Ziemlich lange war die Karte zu sehen. Ich guckte und dachte, ich träume. Dann dachte ich, ich spinne. Also schickte ich meinen Sohn zum Regal, Lexikon holen und nachschauen, wie die Hauptstadt von Thailand geschrieben wird. Ihr wisst, wie, oder? Bangkok. Bang! Und mir wird bang, wenn es in deutschen Fernsehnachrichtensendungen keine Redakteure mehr gibt, die solche einem direkt ins Auge springende/n (siehe Kommentare) Rechtschreibfehler nicht mehr bemerken …

Foto: Kerstin Nimmerrichter, pixelio.de

 

Arbeit galore!

Hier herrscht ja ziemliches Schweigen, leider, aber daran ist unter anderem auch dieses Blog schuld :-). Denn ihm habe ich es indirekt mit zu verdanken, dass ich derzeit mehr als gut beschäftigt bin und für eine sehr große, bundesweite und schön bunte Werbeagentur als Werbelektorin tätig sein darf. Weil: Der zuständige Werbelektor hat mich über meine Website und dieses Blog selbst als seine Urlaubsvertretung ausgesucht. Knicks und dankeschön in seine Richtung!

Die Arbeit ist eine tolle Herausforderung und macht richtig Spaß. Und weil sowohl Unglück als auch Glück ja meistens geballt eintreffen, kam prompt auch noch in diesen Tagen ein neuer Kunde hinzu, zu dem ich nicht nein sagen konnte.

Apropos geballt: Wer noch rätselt, was denn dieses Wort “galore” in der Überschrift bedeutet, outet sich damit vermutlich als Nicht-Twitterer (zu denen ich mich allerdings auch zähle). Denn dieses hübsche Wort, übrigens galoor auszusprechen, bedeutet nichts anderes als massenweise, in Hülle und Fülle, in rauen Mengen, im Überfluss – hat aber gegenüber diesen Synonymen den unschätzbaren Vorteil von nur 6 Buchstaben (na ja, mein “geballt” hat auch nur einen mehr) und wird deshalb getwittert, was das Zeug hält. Buchstabengeiz galore!

2012 steht schon vor der Tür …

Kaum ist es Mai geworden, werde ich an das Jahr 2012 erinnert und diesmal ist “erinnert” sogar wörtlich im Sinne von “zurückdenken” zu nehmen, auch wenn die Zeitmaschine noch nicht erfunden wurde. Aber die Zeitmaschine vom Harenberg-Verlag, die funktioniert – und bescherte mir vor zwei Tagen die ersten Exemplare des neuen Duden-Kalenders “Auf gut Deutsch!” für 2012, von dem hier das erste Kalenderblatt zu sehen ist. (Das ist übrigens nur die Vorderseite: Auf den jeweiligen Rückseiten befindet sich dann immer der erläuternde Text, den ich an dieser Stelle natürlich noch verheimlichen muss.)

Und es ist tatsächlich so: Wenn ich in dem Kalender blättere und lese, staune ich über vieles, was da geschrieben steht, obwohl ich es ja teilweise selbst verfasst habe. Aber das ist schon wieder so lange her … Und derzeit arbeite ich gemeinsam mit meiner Kollegin Ines Balcik mehr oder minder fleißig an den Texten für das Jahr, genau: 2013. Und manchmal weiß ich dann schon nicht mehr, in welchem Jahr wir uns grade befinden :-).

Aber auf jeden Fall gibt einem so ein neues Druckwerk, das man ein bisschen stolz in den Händen hält (es ist immerhin der 5. Jahreskalender, an dem ich mitgeschrieben habe), neue Motivation zum Weiterschreiben … und die kann ich bei dem schönen Wetter auch gut gebrauchen …

PS: Leider kann ich den Kalender noch nicht verlinken, der ist noch zu frisch …

Happy birthday, Lieblingsnetzwerk!

SonnenblumeHeute feiert mein liebstes Netzwerk, mein virtuelles Büro, mein wunderbarer Texttreff seinen 10. Geburtstag.

Seit dem 24. November 2005 bin ich dort Mitglied und seitdem hat sich mein berufliches  Leben um gefühlte 180 Grad gedreht und mein privates um viele großartige Kontakte und Freundschaften erweitert. Denn das Schöne im Texttreff ist ja, dass frau dort nicht nur zahlreiche und wesentliche Informationen, Inputs, Feedbacks, Ratschläge, Hinweise und  Diskussionsgrundlagen erhält, sondern dass wir uns auch im realen Leben mehrfach im Jahr treffen und gemeinsam workshoppen, schwätzen, lästern, lachen, weinen und leben. Ein dickes Dankeschön an alle Kolleginnen, ohne die diese Website und dieses Blog sicher so auch nicht existieren würden.

Hoch die Tassen und auf die nächsten 10 Jahre im TT!

(Foto: Bettina Stolze, pixelio.de)

Darf ich mich selbst zitieren?

Dass man bei Zitaten und Fußnoten höllisch aufpassen muss, um nicht des Textdiebstahls überführt zu werden, wissen seit diesen Tagen bestimmt viel mehr Bundesbürger als je in der Geschichte zuvor. Ob das allerdings an der weit verbreiteten Praxis des Copy-and-Paste im Internetzeitalter etwas ändert, bezweifle ich.

Die Frage in der Überschrift hier ist natürlich rein rhetorisch und zugebenermaßen kokettierend. Denn ein kleines bisschen stolz bin ich schon, dass ich nun evtl. als Aphorismenschreiberin in die Geschichte eingehen werde, schließlich schreibt frau so ein Bonmot nicht alle Tage ;-) Wusstet ihr übrigens, was der Unterschied zwischen einem Aphorismus und einen Bonmot ist? Ich habs grad selbst erst bei Wikipedia nachgelesen, dort steht:

Ein Bonmot unterscheidet sich vom sinnverwandten Aphorismus vor allem durch die Art der Vermittlung: ein Bonmot wird typischerweise gesprochen, ein Aphorismus geschrieben. Daneben ist beim Aphorismus eher die innewohnende Erkenntnis betont, während beim Bonmot meist der Unterhaltungswert im Vordergrund steht.

Und bevor ihr euch jetzt verzweifelt fragt, ja wovon spricht die Alte denn da überhaupt, entführe ich euch zum schönen Gedanken der Elke Hesse im Rahmenblog. :-)

Als das Wünschen noch geholfen hat

»In den alten Zeiten, wo das Wünschen noch geholfen hat, lebte ein König, dessen Töchter waren alle schön, aber die jüngste war so schön, dass die Sonne selber, die doch so vieles gesehen hat, sich verwunderte, so oft sie ihr ins Gesicht schien. Nahe bei dem Schlosse des Königs lag ein großer dunkler Wald, und in dem Walde unter einer alten Linde war ein Brunnen: wenn nun der Tag recht heiß war, so ging das Königskind hinaus in den Wald und setzte sich an den Rand des kühlen Brunnens: und wenn sie Langeweile hatte, so nahm sie eine goldene Kugel, warf sie in die Höhe und fing sie wieder; und das war ihr liebstes Spielwerk.«

Diese poetischen Zeilen dürften so ziemlich jedem von euch bekannt sein, es handelt sich um die ersten Sätze zum Märchen Der Froschkönig von den Brüdern Grimm. Beziehungsweise. um es ganz genau zu sagen, es ist die märchenhafte Sprache von Wilhelm Grimm, dem jüngeren der beiden berühmten Brüder, der heute vor 225 Jahren, am 24. Februar 1786 in Hanau geboren wurde.

Wie Wilhelm Grimm aus der oft glanzlosen Prosa jener Volksmärchensammlung aus der ganzen Welt jene zauberhaft poetische Märchensprache schuf, die uns heute vertraut ist, hat Ulrich Greiner in diesem ZEIT-Artikel schön beschrieben. Dort erfährt man auch so interessante Dinge wie, dass Rapunzel ursprünglich schwanger war und dass der Frosch eigentlich als nackter Mann in das Bett der Königstochter gefallen ist …

Und zum Thema Sprachwandel und alte versus moderne Sprache – ja, ich gebe zu, dieser Dreh ist jetzt nicht besonders elegant ;-)– möchte ich noch auf einen interessanten Sprachtest der Humboldt-Universität Berlin hinweisen, auf den ich dank dem Wortfeilchen gestoßen bin. Anhand einiger Fragen kann man feststellen, zu welchem Sprachtyp man gehört: eher konservativ, eher progressiv oder ganz progressiv. Ich bin als Waage typischerweise natürlich in der goldenen Mitte. Und ihr?

(Hinweis: Eigentlich hätte dieser Artikel hier mit einem niedlichen Froschkönig bebildert werden sollen, da ich im Moment aber ein Serverproblem habe, müsst ihr darauf noch ein bisschen warten :-))

Aber jetzt, dank des vorzüglich schnellen Supports von all-inkl.com: (Foto: crazyfive, pixelio)

In den Tag mit Lessing

»Der Langsamste, der sein Ziel nur nicht aus den Augen verliert,
geht immer noch geschwinder als der, der ohne Ziel herumirrt.«

Zum Gedenken an Gotthold Ephraim Lessing, der heute vor 230 Jahren gestorben ist.

And the winner is …

Der Zufallsgenerator hat entschieden: Unter allen KommentatorInnen wurde Jutta Bissinger ausgelost, die einen Kommentar zum Zeugma geschrieben hat. Herzlichen Glückwunsch, liebe Jutta, du erhältst einen Dudenkalender Auf gut Deutsch! 2011.

Und nun noch zur Auflösung des Heiteren Beruferatens: Text-Burger hatte ja schon zwei, na  ja, drei der Damen richtig entschlüsselt: Bei Ute Tapirgo aus Herne handelt es sich um eine Ergotherapeutin (mit Gruß an Silke :-)) und Anni Rollmus aus Mettscheid ist Simultandolmetscherin. Schwieriger war es wohl, den Beruf von Pia Thoithun aus Speyer zu enträtseln, sie ist Physiotherapeutin. Und die letzte Dame, Elke Hirrnd aus Dueren (mit Gruß an Birgit ;-)) übt den spannenden Beruf einer Erdkundelehrerin aus.

Und weil Judith alias Text-Burger als Einzige so fleißig und enthusiastisch mitgeraten hat, bekommt sie zum Trost ebenfalls einen Dudenkalender.

Beide Kalender gehen noch heute auf die Reise zu euch, Jutta und Judith (hach, welch schöne Alliteration), aber ich fürchte leider, ihr werdet sie dann doch nicht mehr pünktlich zum Jahresbeginn bekommen. Aber Vorfreude ist  ja bekanntlich die schönste Freude …

Bleibt mir nur noch, euch allen einen fröhlichen Jahresausklang und einen gelungenen Start in das jungfräuliche Jahr 2011 zu wünschen. Wir lesen und sehen uns hoffentlich wieder!

(Foto: Gerd Altmann, pixelio)

Das 24. Türchen: Fröhliche Weihnachten ohne Röntgenstrahlen

Nicht nur viele Amerikaner und Engländer sparen beim Schreiben von Weihnachtskarten gern (in dem Fall fünf) Buchstaben, auch die (vor allem jungen) Deutschen selbst finden es schick, trendy und stylisch, statt dem langatmigen deutschen W e i h n a c h t e n ein viel kürzeres X-mas oder Xmas zu schreiben.

Wieso eigentlich X? Hat doch hoffentlich nichts mit X-Rays = Röntgenstrahlen zu tun? Oder steht das X für das große Unbekannte, das uns an Weihnachten erwartet? Oder ist es gar das Symbol für das Kreuz?

Weit gefehlt. In X-mas ist das X gar kein X, sondern der griechische Buchstabe chi und mit diesem Buchstaben beginnt das Wort Christus bzw. dient das X als Abkürzung für Christus. Aus altphilologischer Sicht gibt es also an X-mas (übrigens schon 1551 das erste Mal bezeugt) nichts zu meckern, aber dennoch:

Vor zwei Jahren hat der Verein Deutsche Sprache (VDS) den Begriff »X-Mas« als »das überflüssigste und nervigste Wort des Jahres 2008 in Deutschland« ausgewählt. Um auf der sicheren Seite zu sein, wünsche ich deshalb lieber heute allen ganz traditionell und old fashioned

F R Ö H L I C H E  W E I H N A C H T E N

und schließe das letzte Türchen dieses Adventskalenders.

Hoffe, es hat euch genauso viel Spaß gemacht wie mir und wenn ihr brav seid, gibt es nächstes Jahr vielleicht wieder einen Adventskalender hier im Blog :-).

PS:
Die Gewinnauslosung unter den Kommentatoren mache ich erst nach Weihnachten, ich hatte ja versprochen, dass ihr bis zum 30.12. noch beim Heiteren Beruferaten miträtseln dürft.

(Illustrationen: Renate Kalloch, pixelio)

Das 23. Türchen: Mit Limericks gegen zu viel Rührseligkeit

Kennt ihr noch Schobert & Black? Oder Ulrich Roski? Das waren Liedermacher in den 1970er-Jahren, die man als Vorfahren der heutigen Hip-Hopper oder Rapper bezeichnen könnte. Die drei jedenfalls haben damals vor gefühlten hundert Jahren unter anderem auch die Versform des sogenannten Limericks bekannt gemacht. Die heißt deshalb so, weil sie nach der irischen Stadt Limerick benannt wurde, sagen manche, aber ganz genau weiß man es nicht, siehe Limerick.

Aber was man weiß: Ein Limerick besteht aus fünf Versen, bei denen sich in der Regel zwei unbetonte Silben (auch Senkungen genannt) mit einer betonten Silbe (auch Hebung genannt) abwechseln, das heißt in der Metrik Anapäst. Auf zwei Dreiheber folgen zwei Zweiheber und ein abschließender Dreiheber nach dem Reimschema aabba. Perfekt ist der Limerick, wenn sich in der letzten Zeile noch eine kleine Überraschung versteckt.

Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Ich hab mal lustig vor mich hingereimt und wer von euch mag, darf das Weihnachtsgedicht gern um weitere Strophen ergänzen:

Dies Weihnachten, so sprach Herr A.,
da machen wir nicht groß Trara.
So flog er fort
an geheimen Ort
und kriegte prompt Malaria.

Dies Weihnachten, so sprach Frau B.,
das tut mir diesmal richtig weh.
Ich werd nicht ruhn,
hab viel zu tun
und schlachte jetzt erst mal das Reh …

Dies Weihnachten, so sprach Herr X.,
kam wieder einmal viel zu fix.
Ich kanns nicht leiden,

bin selbst so bescheiden,
und Ruth kriegt deshalb einfach – nix.

Dies Weihnachten, so sprach Frau Z.,
wird wieder einmal richtig nett.
Ich höre Trompeten,
und werde viel beten –
und bleibe die ganzen Tage im Bett.

(Foto: Dieter Schütz, pixelio)